JACK SÄUBERLI
Ein Leben voller Musik, Kreativität und Leidenschaft
Komponist · Texter · Arrangeur · Musikproduzent · Musiker · Grafiker · Illustrator · Musikverleger · Autor
Ein kreativer Grenzgänger zwischen Musik, Kunst und Kulturen
Es gibt Menschen, die sich einem einzigen Beruf verschreiben. Und es gibt Persönlichkeiten, deren Neugier, Kreativität und Tatendrang weit über die Grenzen einzelner Disziplinen hinausreichen. Jack Säuberli gehört zweifellos zur zweiten Kategorie.
Seit mehr als sechs Jahrzehnten bewegt sich der Schweizer Komponist, Texter, Arrangeur, Musiker, Musikproduzent, Grafiker und Illustrator zwischen unterschiedlichsten künstlerischen Welten. Was seine Arbeit auszeichnet, ist nicht allein die aussergewöhnliche stilistische Vielseitigkeit, sondern vor allem die Freude am Entdecken, am Experimentieren und am Zusammenführen von Menschen, musikalischen Traditionen und Kulturen.
Ob Jazz, Swing, Pop, sinfonische Blasmusik, Schweizer Volksmusik, Jodelgesang, Klezmer oder gross angelegte internationale Crossover-Produktionen – Jack Säuberli lässt sich nur ungern in musikalische Schubladen einordnen.
Sein künstlerischer Antrieb ist bis heute derselbe geblieben: Neues schaffen, vertraute Klangwelten weiterentwickeln und Menschen mit Musik berühren.
Die frühen Jahre – Musik als selbstverständlicher Teil des Lebens
Jack Säuberli wurde am 6. Dezember 1947 im aargauischen Möriken geboren. Gemeinsam mit zwei älteren Brüdern wuchs er in einem musikalischen Elternhaus auf, in dem Singen und Musizieren zum Alltag gehörten.
Schon früh zeigte sich seine künstlerische Begabung. Neben einer ausgeprägten Freude am Zeichnen und Gestalten entwickelte er eine besondere Leidenschaft für Musik und deren vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten.
Während seiner Schulzeit erhielt er mehrere Jahre Klavierunterricht, unter anderem bei der Konzertpianistin Janina Radovic. Mit vierzehn Jahren entdeckte er das Sopransaxophon seines Bruders und brachte sich das Instrument kurzerhand selbst bei.
Ab 1963 vertiefte er seine musikalischen Kenntnisse an der damaligen Jazzschule Zürich, wo er Privatunterricht beim Jazzsaxophonisten Harry Pfister erhielt.
Vor allem die faszinierende Welt der Jazzharmonik und der raffinierten Arrangements amerikanischer Big Bands zog ihn zunehmend in ihren Bann.
Ein Schlüsselerlebnis war das Konzert des Duke-Ellington-Orchesters am 19. Februar 1963 im Zürcher Kongresshaus. Die Begegnung mit dieser unvergleichlichen Klangwelt hinterliess beim jungen Musiker einen bleibenden Eindruck.
Fortan war klar: Musik sollte in seinem Leben weit mehr sein als ein schönes Hobby.
THE PINGUINS – ein jugendlicher Bandleader entdeckt das Arrangieren
Bereits als Fünfzehnjähriger leitete Jack Säuberli mit den «Pinguins» ein achtköpfiges Tanz- und Unterhaltungsorchester mit fünf Bläsern.
Die junge Formation entwickelte sich zwischen 1962 und 1967 zu einer gefragten Band und genoss in der Region bald beinahe Kultstatus.
Weil es für diese ungewöhnliche Besetzung kaum geeignete Noten gab und professionelle Arrangements für die jungen Musiker kaum erschwinglich waren, begann Säuberli, die benötigten Stimmen selbst zu schreiben.
Was zunächst aus einer praktischen Notwendigkeit entstand, entwickelte sich zu einer seiner wichtigsten künstlerischen Fähigkeiten: dem Komponieren und Arrangieren.
In jener Zeit gehörte auch der nahezu gleichaltrige Pepe Lienhard aus dem benachbarten Lenzburg zu den interessierten Zuhörern der jungen Formation.
1966 gründete Säuberli zudem eine eigene Big Band mit jungen Musikern, für die er sämtliche Arrangements schrieb. Zu den Mitwirkenden gehörte auch der spätere Blasmusikkomponist und Arrangeur Arno Müller.
Viele Nächte verbrachte Jack Säuberli damit, die Musik der grossen Rundfunkorchester zu studieren. Besonders das Südwestfunk-Tanzorchester unter Erwin Lehn und das Orchester Kurt Edelhagen waren für ihn wichtige Inspirationsquellen.
Diese frühen Erfahrungen legten das Fundament für ein musikalisches Schaffen, das später nahezu sämtliche Stilrichtungen umfassen sollte.
Zürich – Begegnungen mit der internationalen Jazzwelt
1967 verliess Jack Säuberli den Aargau und zog nach Zürich.
Dort wurde er Assistent von André Berner, dem Gründer und Organisator des international bekannten Zürcher Amateur-Jazzfestivals.
Die damalige Zürcher Jazzszene war ein lebendiger Treffpunkt für Musiker aus aller Welt. Bei legendären Jam-Sessions, unter anderem im Restaurant «Weisser Wind», begegnete Säuberli international renommierten Jazzmusikern wie Slide Hampton, Dexter Gordon und Leo Wright.
Ab 1968 spielte er als Saxophonist bei den «New Five», einer erfolgreichen semiprofessionellen Band der Zürcher Musikszene.
Die Formation war bei grossen gesellschaftlichen Veranstaltungen und in renommierten Hotels in St. Moritz, Grindelwald, Zürich und Ascona gefragt. Zu ihrem musikalischen Umfeld gehörten unter anderem Auftritte mit Othella Dallas, Michel Polnareff und Moses Lamarr sowie gemeinsame Galaengagements mit dem Hazy-Osterwald-Sextett.
Parallel dazu engagierte sich Jack Säuberli zunehmend als Konzert- und Tourneeorganisator. Er organisierte Jazz- und Popkonzerte sowie Schweizer Tourneen internationaler Formationen wie Brian Auger’s Trinity und Mogul Trash.
Auch die Zusammenarbeit mit einer international besetzten Jazztanz-Company unter der Leitung des amerikanischen Choreografen Ray Phillips erweiterte seinen künstlerischen Horizont.
Relief – Jazzrock und neue Klangwelten
1972 gründete Jack Säuberli die Jazzrock-Formation «Relief».
Die sechsköpfige internationale Profiband orientierte sich an den modernen Brass-Rock-Klängen jener Zeit und verband anspruchsvolle Bläsersätze mit Elementen aus Jazz, Rock und Funk.
Zu den Musikern gehörten unter anderem der Posaunist Kniri Knaus und der tschechische Trompeter Zdenek «Sid» Kucera.
Mit «Relief» entstanden auch Filmmusikproduktionen für die Schweizer Filmgesellschaft Condor-Film. Die Formation war zudem an verschiedenen Festivals zu hören.
BIG CIRCLE (1977) – eigenständiges Big-Band-Projekt
1977 realisierte Jack Säuberli mit «BIG CIRCLE» ein eigenständiges Big-Band-Projekt. Die Formation bot jungen Talenten eine Plattform für gemeinsames Musizieren und musikalische Entwicklung. Aus dem Umfeld dieser Arbeit gingen später auch Berufsmusiker, Komponisten und Dirigenten hervor.
CH SPECIAL SWISS BAND (1980) – ein weiteres eigenständiges Projekt
1980 folgte mit «CH SPECIAL SWISS BAND» ein eigenständiges Musikprojekt von Jack Säuberli. Die Formation ist ausdrücklich nicht als Nachfolge von «BIG CIRCLE» einzuordnen. Beide Projekte stehen als separate Stationen in seinem musikalischen Lebensweg.
Schon damals zeigte sich eine Eigenschaft, die sein späteres Schaffen entscheidend prägen sollte: Jack Säuberli verstand sich nicht nur als Musiker, sondern ebenso als Initiator, Organisator und kreativer Motor gemeinsamer Projekte.
Hunderte Kompositionen – eine aussergewöhnliche musikalische Vielfalt
Zwischen 1974 und 1989 konzentrierte sich Jack Säuberli neben seiner beruflichen Tätigkeit als freischaffender Grafiker und Illustrator zunehmend auf das Komponieren, Arrangieren und Produzieren.
In dieser Schaffensphase entstanden über 600 Kompositionen sowie zahlreiche Arrangements für unterschiedlichste musikalische Besetzungen.
Das Spektrum reichte von Volksmusik und Schlager über Pop und Jazz bis hin zu Blasorchesterwerken und einer abendfüllenden Ballettmusik.
Hinzu kamen zahlreiche Tonträgerproduktionen und Arbeiten für Radio und Fernsehen.
Sein grafischer Beruf und seine musikalische Tätigkeit ergänzten sich dabei auf besondere Weise. Wo andere einen Widerspruch zwischen bildender Kunst und Musik sehen mochten, erkannte Säuberli Gemeinsamkeiten: Farben, Formen, Strukturen, Kontraste und Komposition sind in beiden Welten grundlegende Gestaltungsmittel.
1987 – Jubiläumskomposition für die Schweizer Landeslotterie
Bereits 1987 hatte Säuberli im Auftrag der Schweizer Landeslotterie zum 50-jährigen Jubiläum eine Big-Band-Komposition geschaffen, die er mit renommierten Musikern der damaligen DRS Big Band im Tonstudio Lattmann aufnahm.
Jack’s Ballroom Band – die grosse Liebe zum Swing
Ein historisches Filmdokument aus dem Jahr 1990 ist auf der Startseite verfügbar.
1989 verwirklichte sich Jack Säuberli einen lang gehegten Wunsch und gründete seine eigene «Jack’s Ballroom Band».
Die vierzehnköpfige Profiformation orientierte sich an der eleganten amerikanischen Ballroom- und Swingmusik der 1940er- und 1950er-Jahre.
Mit ausgezeichneten Musikern aus der Schweizer Jazzszene entwickelte sich das Orchester zu einem gefragten Klangkörper für Konzerte, Galaabende, Tanzveranstaltungen und Studioproduktionen.
Zu den Mitwirkenden gehörten unter anderem André Bellmont, Daniel Schenker, Richard Decker und Rudolf Remund.
Ein besonderer Höhepunkt war das Engagement als Begleitorchester beim «Grand Prix der Volksmusik» 1989 des Schweizer Fernsehens. Dabei begleitete die Band bekannte Persönlichkeiten der Schweizer Unterhaltungsmusik wie Carlo Brunner, Kliby und Caroline, Vreni und Rudi sowie den damaligen Wettbewerbssieger Salvo.
Diese Jahre waren geprägt von der intensiven Zusammenarbeit mit hervorragenden Studiomusikern und einer zunehmend professionellen Produktionsarbeit.
Blasmusik mit neuen Ideen
Eine weitere wichtige Station folgte 1991 mit der Komposition von achtzehn neuen Werken für die Produktion «Blasmusik im Swiss-Happy-Sound».
Die Aufnahmen entstanden 1992 mit dem tschechischen Studioorchester von Radio Brno.
In den folgenden Jahren schrieb Säuberli zahlreiche Werke für Blaskapellen, Harmoniemusik und sinfonische Blasorchester.
Gleichzeitig entstanden Auftragskompositionen für unterschiedlichste Solistinnen, Solisten und Formationen, darunter die Kinderliederproduktion «Kinder-Power» mit vierzehn neuen Liedern sowie eine zwölfteilige musikalische Astro-Serie.
Die Fähigkeit, sich immer wieder auf neue Besetzungen und musikalische Ausdrucksformen einzulassen, wurde zu einem charakteristischen Merkmal seines Schaffens.
1998 – «Maiden Swing»
Die Instrumentalaufnahmen fanden 1998 als Grundlage für die Produktion «Maiden Swing» mit Christoph Hürsch und weiteren Gesangssolistinnen und -solisten erneut Verwendung.
Klezmer for Brass’n’Wood – eine musikalische Brücke zwischen Kulturen
Eine besondere Faszination übten auf Jack Säuberli seit jeher die Harmonien und Melodien der osteuropäischen Musiktraditionen aus.
Ab 1998 beschäftigte er sich intensiv mit der Geschichte und den musikalischen Eigenheiten der Klezmermusik.
1999 realisierte er eine internationale CD-Produktion, auf der 23 bedeutende Klezmerformationen aus verschiedenen Teilen der Welt vereint waren – von Südamerika bis Russland.
Doch dabei blieb es nicht.
Bei seinen Recherchen stellte Säuberli fest, dass es kaum geeignete Bearbeitungen traditioneller Klezmermusik für grosse sinfonische Blasorchester gab.
Er begann deshalb, eigene Arrangements zu entwickeln, und fand in Bläsern der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg sowie dem Klarinettisten Roman Kupferschmidt ideale musikalische Partner.
2003 holte er die russischen Musiker in die Schweiz, um zehn neu geschaffene Arrangements einzuspielen. Ergänzt wurde die Besetzung durch Schweizer Solisten wie Willi Valotti, Paul Knotek und Walter Alder.
Ende 2004 erschien die CD «Klezmer for Brass’n’Wood».
Das Projekt stiess auf grosses Interesse und machte die besondere Verbindung von traditioneller Klezmermusik mit dem Klangkörper eines sinfonischen Blasorchesters einem breiteren Publikum zugänglich.
Die dazugehörigen Notenausgaben wurden ab 2005 über seinen eigenen Musikverlag veröffentlicht.
Seither fanden diese Arrangements ihren Weg zu Blasorchestern in verschiedenen Ländern, insbesondere in Nordamerika und Skandinavien.
CH SWISS-HORNS – ein aussergewöhnliches Schweizer Orchesterprojekt
2004 gründete Jack Säuberli mit den «CH SWISS-HORNS» eine neue, aussergewöhnliche Profiformation.
Das Orchester vereinte 22 hervorragende Musikerinnen und Musiker aus sieben Nationen, die aus der Klassik, dem Jazz und der Volksmusik kamen.
Die Idee dahinter war ebenso einfach wie anspruchsvoll: Schweizer Melodien, traditionelle Klangfarben und internationale musikalische Einflüsse sollten zu einem eigenständigen, unverwechselbaren Orchestersound verschmelzen.
Mit Solisten verschiedenster Instrumentengruppen – von Flöten, Klarinetten und Saxophonen über Trompeten, Hörner, Posaunen und Tuba bis hin zu Akkordeon, Keyboard und Schlagwerk – entstand ein Klangkörper mit aussergewöhnlichen Gestaltungsmöglichkeiten.
Bereits 2004 erschienen die beiden Produktionen «Brass-Jutz» und «Morgenrot».
Während «Brass-Jutz» traditionelle Schweizer Naturjodelmelodien in instrumentaler Form neu interpretierte, präsentierte «Morgenrot» sechzehn Kompositionen und Arrangements aus Säuberlis Feder.
2006 folgte mit «s’Drü» ein weiterer Tonträger mit achtzehn neuen Werken.
Die CH SWISS-HORNS wurden damit zu einem eindrücklichen Beispiel für Säuberlis musikalische Philosophie: Traditionen bewahren, ohne auf neue Ideen zu verzichten.
WUNDERBAR – wenn ein Lied Menschen verbindet
Mit dem Titel «WUNDERBAR» gelang Jack Säuberli ein Werk, das beispielhaft für seine musikalische Handschrift steht.
Seine Verbindung von Schweizer Gesangstradition, orchestralen Klangfarben und einer eingängigen, emotionalen Melodie fand bei einem breiten Publikum grossen Anklang.
2009 präsentierte das über hundertköpfige «WUNDERBAR-Ensemble» den Titel im Schweizer Fernsehen.
Mitwirkende waren unter anderem die Gesangssolistinnen und -solisten Franziska Wigger, Franz-Markus Stadelmann, Theresia Pfarrer und Jürg Spadin, der Musical- und Projektchor Olten sowie Instrumentalisten der CH SWISS-HORNS.
Auch in der erfolgreichen Fernsehsendung «Die grössten Schweizer Hits» fand das Werk grosse Beachtung. Das Ensemble setzte sich bei einem Publikumsentscheid mit 36,51 Prozent der Stimmen durch.
«WUNDERBAR» wurde damit zu einem weiteren Beispiel dafür, wie sich Volksmusik und moderne musikalische Ausdrucksformen zu einer emotionalen Einheit verbinden lassen.
CH SWISS-SINGERS – Stimmen zwischen Tradition und Moderne
Mit den «CH SWISS-SINGERS» verwirklichte Säuberli ein weiteres Vokalprojekt.
Das Ensemble verband mehrstimmigen Gesang mit anspruchsvollen Arrangements aus den unterschiedlichsten musikalischen Stilrichtungen.
2012 erschien die erste CD mit zwanzig Titeln aus den Bereichen Jodel, Pop, Ballade, Klassik, Swing und Evergreen.
Der Tonträger wurde im Schweizer Radio vorgestellt; die CD-Taufe fand im Rahmen einer Fernsehaufzeichnung der Sendung «Hopp de Bäse» in Interlaken statt.
Auch dieses Projekt war Ausdruck von Säuberlis Wunsch, traditionelle Schweizer Gesangskultur mit neuen musikalischen Ideen zu bereichern.
Jack’s iPhoniker – musikalische Impressionen vom Vierwaldstättersee
Die faszinierende Natur rund um den Vierwaldstättersee wurde für Jack Säuberli zu einer besonders wertvollen Inspirationsquelle.
Mit den «Rigi-Balladen» entstand eine Instrumentalproduktion, in der er die Stimmungen, Lichtspiele und Landschaftsbilder seiner Wahlheimat musikalisch aufgriff.
Für die Aufnahmen vereinte er unter dem Namen «Jack’s iPhoniker» ein internationales Netzwerk hervorragender Studiomusiker.
Dazu gehörten unter anderem der amerikanische Holzbläsersolist Sam Levine, der deutsche Trompeter Ralf Willing, der britische Trompeter Ben Cummings sowie die Mundharmonikavirtuosen Noldi Tobler und Damien Masterson.
Die Zusammenarbeit erfolgte teilweise über grosse geografische Distanzen hinweg und zeigte früh die Möglichkeiten moderner, international vernetzter Musikproduktionen.
Aus einem Tonstudio hoch über dem Vierwaldstättersee entstanden so musikalische Werke, die Schweizer Landschaftsinspiration mit internationaler Klangkultur verbanden.
SWISS-FANTASY – Gregorianik, Alphorn und Jodelgesang
Ein besonders eigenständiges Crossover-Projekt entwickelte Jack Säuberli mit «SWISS-FANTASY».
Die Komposition verband Elemente gregorianischer Musik mit Alphornklängen, modernen Rhythmen und ausdrucksstarkem Schweizer Jodelgesang.
Mit Franziska Wigger und Franz-Markus Stadelmann standen zwei profilierte Stimmen der Schweizer Jodelszene im Mittelpunkt.
2015 erhielt Säuberli den Auftrag, für das Jubiläumskonzert «10 Jahre Alphorn in Concert» die Musik und Arrangements für den sechsten Konzertteil und das Finale zu schreiben.
Die Produktion wurde mit einem elfköpfigen Ensemble realisiert, zu dem neben mehreren Alphorn- und Büchelspielern auch Instrumentalisten aus dem Pop- und Jazzbereich gehörten.
«SWISS-FANTASY» verdeutlichte einmal mehr seine Freude daran, musikalische Traditionen aus ungewohnten Perspektiven zu betrachten.
LAND OB DE WOLKE – ein Schweizer Jodellied schreibt Erfolgsgeschichte
Einen der grössten Erfolge seiner Laufbahn feierte Jack Säuberli 2017 mit «LAND OB DE WOLKE».
Das für den Jodlerklub Wiesenberg geschaffene Lied erschien am 3. August 2017 und erreichte bereits wenige Tage später Platz eins der Schweizer Hitparade.
Es entwickelte sich zu einem aussergewöhnlichen Publikumserfolg und wurde mit Gold und Platin ausgezeichnet.
Die Verbindung von eingängiger Melodik, emotionalem Text und eindrucksvollem Jodelgesang begeisterte weit über die traditionelle Volksmusikszene hinaus.
«LAND OB DE WOLKE» steht beispielhaft für eine besondere Fähigkeit seines Komponisten: Gefühle und menschliche Sehnsüchte in musikalische Bilder zu verwandeln, die unabhängig von Alter und musikalischen Vorlieben verstanden werden.
Dieser Erfolg sollte Jahre später auch den Ausgangspunkt für eine internationale Neufassung bilden.
Musik für die Menschen – LÄBESZIIT und FREUDETRÄNE
In den folgenden Jahren rückten berührende Liedtexte und menschliche Lebensthemen zunehmend ins Zentrum von Säuberlis musikalischer Arbeit.
2019 erschien das Album «LICHTBLICK» mit dreizehn neuen Liedern und Jodelballaden, interpretiert von Franziska Wigger und Franz-Markus Stadelmann mit Chor und Orchester.
Am 23. Oktober 2020 folgte «LÄBESZIIT», ein Album mit vierzehn neuen Kompositionen und Texten.
An dieser Produktion wirkten mehr als sechzig Interpretinnen und Interpreten aus zwölf Schweizer Kantonen mit, darunter bekannte Jodelgruppen, Gesangsformationen und Volksmusikanten.
Das Titellied «LÄBESZIIT», interpretiert von den Bärgjodlern Entlebuch, entwickelte sich zu einem besonders beliebten Werk und wurde 2021 unter anderem in der Fernsehsendung «Samschtig-Jass» präsentiert.
Auch «FREUDETRÄNE», interpretiert von der Jodlergruppe Hirschberg Appenzell, erreichte mit seiner emotionalen Botschaft ein breites Publikum.
Das dazugehörige Musikvideo entstand in der eindrücklichen Berglandschaft rund um den Fälensee im Alpstein.
Mit weiteren Liedern wie «BESSERI ZIITE», «ES ORIGINAL» oder «JE T’AIME RESI» setzte Säuberli seine musikalische Auseinandersetzung mit den grossen und kleinen Fragen des menschlichen Lebens fort.
Hoffnung, Erinnerung, Liebe, Abschied, Lebensfreude und Zuversicht gehören zu den wiederkehrenden Themen seiner Texte.
Musik kennt keine Grenzen – internationale Friedensprojekte
Mit den Produktionen «FRIEDE, GLÜCK & GESUNDHEIT» und «WE WISH» richtete Jack Säuberli seinen musikalischen Blick erneut über die Schweizer Grenzen hinaus.
Das 2023 vorgestellte Friedensprojekt vereinte Interpretinnen und Interpreten unterschiedlicher Nationen und kultureller Hintergründe.
Zu den Mitwirkenden gehörten die Schweizer Sängerin Cathryn Lehmann, Pierre Matthey, das ukrainische Gesangsensemble «Dzherela» mit Olga Tokar, zwölf Sänger des georgischen Staatsensembles «Basiani», die afrikanische Gospelsängerin Malika sowie weitere Schweizer Gesangs- und Instrumentalsolisten.
Die Produktion verband verschiedene musikalische Ausdrucksformen mit einer gemeinsamen Botschaft: Frieden, gegenseitiger Respekt und Menschlichkeit sind Werte, die über kulturelle und sprachliche Grenzen hinaus Bedeutung haben.
In diese Richtung führte auch das Projekt «HAND IN HAND», das Säuberli gemeinsam mit der kenianischen Sängerin Claudia Masika realisierte.
Unter dem Motto «Hand in Hand von Land zu Land» verband er afrikanische Rhythmen und Gesang mit Schweizer Jodelstimmen, Chor, Alphorn und Schwyzerörgeli.
Dabei ging es nicht allein um eine interessante musikalische Klangmischung, sondern ebenso um die symbolische Begegnung unterschiedlicher Kulturen.
Die Überzeugung, dass Musik Menschen miteinander verbinden kann, wurde zu einem immer deutlicheren Leitmotiv seiner Arbeit.
LÄBESLIEDER – musikalische Geschichten mitten aus dem Leben
Ein weiterer Meilenstein folgte am 7. März 2025 mit der Veröffentlichung des Albums «LÄBESLIEDER».
Die Produktion umfasst siebzehn neue Lieder, die sich mit den unterschiedlichsten Facetten des menschlichen Lebens befassen.
Mal nachdenklich und melancholisch, mal hoffnungsvoll, tröstend oder voller Lebensfreude erzählen sie von Begegnungen, Erinnerungen, Verlust, Liebe und Zuversicht.
Für die Aufnahmen vereinte Jack Säuberli erneut zahlreiche profilierte Interpretinnen und Interpreten aus der Schweizer Musikszene mit internationalen Gesangs- und Instrumentalsolisten.
Zu den Mitwirkenden gehörten unter anderem Franziska Wigger, Franz-Markus Stadelmann, Edi Tanner, Christian Gwerder, Markus Bühler und verschiedene Jodelensembles.
Auch internationale Stimmen, Chöre und Instrumentalisten erweiterten die musikalische Ausdruckskraft der Produktion.
Mit Titeln wie «E LEERE STUEHL», «HÖCH UND TIEF», «EN ALTE SPRUCH» oder «ES ORIGINAL» setzte Säuberli sein musikalisches Erzählen fort.
Die Lieder zeigen, dass Schweizer Jodelmusik weit mehr sein kann als ein traditionelles Kulturgut: Sie kann aktuelle und zeitlose menschliche Themen aufgreifen und in einer zeitgemässen Klangsprache vermitteln.
LAND ABOVE THE CLOUDS – vom Schweizer Nummer-eins-Hit zur internationalen Orchesterproduktion
2026 erhielt eines der erfolgreichsten Werke von Jack Säuberli eine neue, internationale Dimension.
Aus dem Schweizer Jodelhit «LAND OB DE WOLKE» entstand unter dem Titel «LAND ABOVE THE CLOUDS» eine eigenständige englischsprachige Neufassung.
Dabei handelt es sich nicht einfach um eine Übersetzung des Originals.
Säuberli entwickelte das Werk musikalisch und textlich neu und schuf eine gross angelegte Produktion für Sinfonieorchester, Chor und internationale Gesangssolistinnen und -solisten.
Unter dem Interpretennamen «NEW VOICES OF HOPE» vereint das Projekt Stimmen aus den USA und weiteren Ländern.
Was ursprünglich als Schweizer Jodellied begann, wurde damit zu einer musikalischen Botschaft, die sich an Menschen unterschiedlichster Herkunft richtet.
Im Zentrum stehen Hoffnung, Frieden, Liebe und Menschlichkeit – Werte, die weder an Landesgrenzen noch an bestimmte Musikstile gebunden sind.
Mit «LAND ABOVE THE CLOUDS» schliesst sich zugleich ein bemerkenswerter Kreis: Die Begeisterung des jungen Musikers für grosse Orchesterklänge findet Jahrzehnte später ihren Ausdruck in einer internationalen sinfonischen Produktion.
Offen für Neues – zwischen traditionellem Handwerk und moderner Technologie
Auch nach mehr als sechs Jahrzehnten künstlerischen Schaffens ist Jack Säuberli von der Neugier auf neue Möglichkeiten geprägt.
Neben seinen laufenden Kompositionen für sinfonische Blasorchester beschäftigt er sich mit modernen Produktionsverfahren, digitalen Technologien und den Möglichkeiten künstlicher Intelligenz.
Dabei betrachtet er technische Entwicklungen nicht als Ersatz für musikalische Kreativität, sondern als zusätzliche Werkzeuge, mit denen sich neue Ideen verwirklichen lassen.
Die menschliche Gestaltungskraft, das musikalische Handwerk und die emotionale Glaubwürdigkeit einer Interpretation bleiben für ihn dennoch entscheidend.
Seine aktuellen Arbeiten umfassen neue Orchesterwerke, Crossover-Projekte sowie Produktionen mit nationalen und internationalen Interpretinnen und Interpreten.
Auch das Weiterentwickeln bestehender Werke und deren Übertragung in neue musikalische Besetzungen gehören zu seinen künstlerischen Interessen.
Der Grafiker, Illustrator und Gestalter
Bei aller Musik darf eine zweite grosse Leidenschaft nicht vergessen werden: die bildende und angewandte Gestaltung.
Über viele Jahrzehnte war Jack Säuberli als freischaffender Grafiker, Illustrator und Werbefachmann tätig.
Seine gestalterische Arbeit umfasste unterschiedlichste Aufgaben aus den Bereichen Illustration, Werbung, Verlagswesen und visuelle Kommunikation.
Die enge Verbindung dieser beiden kreativen Welten beeinflusst bis heute seine Arbeitsweise.
Musik versteht er nicht nur als Abfolge von Tönen, sondern ebenso als Gestaltung von Räumen, Farben, Stimmungen und Bildern.
Umgekehrt entdeckt er in der visuellen Gestaltung oft Parallelen zu Rhythmus, Harmonie und musikalischer Dramaturgie.
Diese Vielseitigkeit erklärt auch, weshalb ihn sein Weg immer wieder zu neuen Projekten und ungewöhnlichen künstlerischen Verbindungen führt.
Ein Leben mit Menschen und für die Musik
Trotz der grossen Zahl seiner Werke, Produktionen und künstlerischen Aktivitäten steht für Jack Säuberli nicht der einzelne Erfolg im Mittelpunkt.
Vielmehr ist es die Begegnung mit Menschen, die ihn antreibt.
Im Laufe seiner Karriere arbeitete er mit einer Vielzahl von Musikerinnen und Musikern zusammen – mit international bekannten Solisten ebenso wie mit jungen Talenten, ambitionierten Amateuren und herausragenden Vertreterinnen und Vertretern der Schweizer Volksmusik.
Diese Offenheit für unterschiedliche Menschen und musikalische Persönlichkeiten ist ein wesentlicher Bestandteil seines Schaffens.
Dabei versteht er Musik als eine gemeinsame Sprache, die verbinden kann, wo Worte allein manchmal nicht ausreichen.
Seine Werke sollen nicht nur unterhalten. Sie dürfen zum Nachdenken anregen, Hoffnung vermitteln, Erinnerungen wecken oder einfach für einen Augenblick Freude bereiten.
Vitznau – ein Ort der Inspiration
Heute lebt und arbeitet Jack Säuberli gemeinsam mit seiner Frau Maria-Pia Forster, einer ehemaligen Primaballerina, an einem der schönsten Flecken der Schweiz: hoch über dem Vierwaldstättersee in Vitznau.
Ihr romantisches Zuhause inmitten einer eindrücklichen Berglandschaft ist nur mit einer privaten Luftseilbahn erreichbar.
Die Ruhe, die Weite und die sich ständig verändernden Stimmungen der Natur bilden einen besonderen Gegenpol zur intensiven kreativen Arbeit.
Hier entstehen weiterhin neue Kompositionen, Texte, Arrangements, grafische Ideen und Kunstwerke. Dass die Ideen nicht so schnell ausgehen werden, lässt sein bisheriges Schaffen erahnen.
Denn wer Jack Säuberli und sein Schaffen betrachtet, erkennt einen roten Faden, der sich durch alle Jahrzehnte zieht: die Freude daran, Neues zu entdecken, Menschen zusammenzubringen und Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.
Seine Lebensgeschichte ist deshalb nicht nur die Biografie eines Komponisten. Sie ist die Geschichte eines kreativen Allrounders, der sich seine Neugier, seine Begeisterungsfähigkeit und seine Liebe zu den Menschen und zur Musik bewahrt hat.